Zitat

»Folge deinem Herzen und vergiss nicht den Taschenrechner.«

– Ansgar Oberholz

Das ist die Antwort von Ansgar Oberholz (Inhaber des gleichnamigen Cafés & Coworking-Spaces »St. Oberholz« in Berlin) auf die Frage, welchen Spruch von sich er gerne auf einer großen Plakatwand mitten in Berlin sehen würde.

Das ist übrigens die letzte Frage, die jedem Gast im Podcast »Hotel Matze« gestellt wird. Einem meiner Lieblingspodcasts im Moment.

Minimalismus, jetzt erst recht!

Vor längerer Zeit, flog durch meine Twitter-Timeline mal die Empfehlung, man solle sich die Doku »Minimalism« auf Netflix angucken. Bei Minimalismus dachte ich bis dahin nur an Design, Architektur und Musik. In der Doku ging es aber darum, ein minimalistisches Leben zu führen. Überspitzt dargestellt: seinen Besitz auf ein Minimum zu reduzieren und dadurch glücklicher und zufrieden zu werden.

In der Doku geht es hauptsächlich um Joshua Fields Millburn & Ryan Nicodemus. Zwei Typen, die sich schon Ewigkeiten kennen und auch irgendwann in der selben Firma gelandet sind. Beide verdienten viel Geld und waren trotzdem nicht glücklich. Obwohl sie immer dachten, dass ein hohes Einkommen doch eigentlich Glück bescheren müsste. Joshua entdeckt irgendwann den »gelebten« Minimalismus für sich. Beide richten ihren Lebensstil voll darauf aus und pendeln mittlerweile als »The Minimalists« durch die USA und halten Vorträge über Minimalismus.

Das ganze Thema wird in der Doku leider nur sehr oberflächlich behandelt. Es kommen viele »Experten« zu Wort, die darüber philosophieren, wie kaputt uns unser Konsum macht, wie abhängig wir von Konsum und (sozialen) Medien sind, und wie sehr wir uns doch selbst überfordern. Aber es kommen auch einige Menschen zu Wort, die minimalistisch in sehr kleinen Häusern wohnen und dadurch die Erfüllung gefunden haben. Leider wirkt das alles etwas esoterisch – und zumindest ich hatte danach nicht allzugroße Lust, mich mit dem Thema noch weiter zu beschäftigen.

Irgendwie zufällig abonnierte ich dann noch irgendwie den Podcast von »The Minimalists«. Sah, dass der Feed knapp 90 Folgen beinhaltete und vergaß das Thema wieder.

Neulich hörte ich dann doch mal die erste Folge und war begeistert. Die beiden machen das sehr charmant und deutlich weniger esoterisch als in der Doku.
Pro Folge behandeln sie ein paar Unterthemen ihres minimalistischen Lebensstils, beantworten Fragen ihrer Hörer und verweisen auf weiterführende Links in ihrem Blog.

Und was soll ich sagen: sie haben mich! Ich finde das Thema inzwischen super spannend. Der Podcast und das Blog geben wahnsinnig viel Input und Inspiration – und motiviert. Motiviert, sich über den eigenen Konsum und den eigenen Besitz Gedanken zu machen.

Wobei – aktuell lebe ich eigentlich recht minimalistisch. Im Februar bin ich nach Hamburg gezogen, in eine möblierte Wohnung zur Untermiete. Und da ich, als fauler Mensch, möglichst wenig an Aufwand mit dem Umzug haben wollte, kam auch nur das nötigste aus meiner Berliner Wohnung mit. MacBook, iPad, Playstation, ein paar Bücher, Klamotten und ein paar andere Sachen, die man halt so braucht. Und dabei liegt die Betonung auf »brauchen«. Alle Dinge, die ich mitnahm erfüllten einen Zweck. Und damit sind wir eigentlich schon bei den Grundregeln des Minimalismus – und ich war schon unbewusst ein kleiner Minimalist.

Hat es eine Funktion? Stiftet es einen Wert? Bringt es mir Freude?

Denn genau das soll man sich fragen, wenn man neue Gegenstände in sein Leben lässt bzw. wenn man seinen Besitz reduzieren möchte. Und ich finde (inzwischen), darüber sollte man auch nachdenken, wenn man nicht minimalistisch leben möchte. Aber hey, wer ohne Sünde ist und so … Impulskäufe kennt und macht jeder, ständig. Allein beim Wochenendeinkauf habe ich mich heute erst wieder dabei ertappt.

Und worauf ich eigentlich hinaus will: Ich finde dieses Minimalismus-Ding sehr spannend und beschäftige mich seit ein paar Tagen intensiver damit. Und stelle dabei immer wieder fest, dass auch ich ein Konsum-Opfer bin. Aber das lässt sich ändern, Schritt für Schritt. Und darüber möchte ich schreiben, denn in diesem ganzen Thema stecken viele Erkenntnisse, die man ganz individuell für sich entdeckt.

Das hier ist also der offizielle Anfang von (m)einem (hoffentlich) minimalistischeren Leben.

Let’s call this the comeback (mal wieder)

Ich habe aktuell wieder verstärkt Lust, Dinge ins Internet zu schreiben. Mal gucken, wie lange das anhält. Aber man soll ja bekanntlich einfach mal anfangen, wenn man einen Drang verspürt – Also dann!

P.S.: lasst doch mal bitte einen Kommentar hier, wenn ihr das gelesen haben solltet. Sowas motiviert ja bekanntlich zusätzlich. Und bei Youtubern funktioniert das ja schließlich auch!